Großübung im Rahmen der Feuerwehraktionswoche 25. September 2025
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Bei Feuerwehr-Aktionswoche wird's ernst
Übungsszenario war ein Brand in der Kirchberger Schule mit
vielen Verletzten
Alljährlich findet Ende September die
FeuerwehrAktionswoche statt, in der die Feuerwehren in besonderem Maße für das
Ehrenamt werben. Das diesjährige Motto lautete: „Viele Gesichter. Eine Heimat“.
Im wahrsten Sinne viele Gesichter waren an der Großübung der Gemeinden
Bischofsmais und Kirchberg im Rahmen der Aktionswoche beteiligt. Ziel dieser
Übung ist nicht nur, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrkräfte zu trainieren,
sondern eben auch mit vielen anderen Gesichtern, auch aus anderen
Blaulicht-Organisationen in Kontakt zu kommen und Zusammenarbeit Hand in Hand
zu üben und zu leben. Neben den Feuerwehren Kirchberg und Bischofsmais waren
auch die restlichen Gemeindewehren aus Mitterbichl, Raindorf, Untermitterdorf
und Zell sowie Hochdorf und Habischried an der Übung beteiligt. Über die
Gemeindegrenzen hinaus wurden die Kräfte der Feuerwehr Regen mit der Drehleiter
angefordert, sodass insgesamt rund 150 Kräfte seitens der Feuerwehren vor Ort
waren. Weiterhin war auch das Bayerische Rote Kreuz mit den Bereitschaften aus
Viechtach, Regen und Raindorf beteiligt. Auf die Einsatzkräfte wartete ein
anspruchsvolles Szenario. Der örtliche Kommandant und Kreisbrandmeister Tobias
Ertl fungierte als Einsatzleiter und wies die anrückenden Einheiten in die Lage
ein. An der Grund- und Mittelschule St. Gotthard in Kirchberg, die aktuell 307
Schülerinnen und Schüler betreut, wurde eine Verpuffung nach nicht
ordnungsgemäßen Schweißarbeiten angenommen. Feuerwehr und Rettungsdienst
standen vor großen Herausforderungen: Ein Brand im Heizraum, mehrere vermisste
und vermutlich verletzte Techniker, eine Rauchentwicklung und -ausbreitung im
gesamten Schulgebäude sowie zwei Schulklassen, die im ersten Obergeschoss
eingeschlossen sind, außerdem zwei im Aufzug eingeschlossene Personen.
Weiterhin waren einige Schülerinnen und Schüler in Panik geraten und im
Schulgebäude vermisst. Um das primäre Ziel, die Rettung von Personen aus
lebensbedrohlichen Bereichen, zu gewährleisten, war ein massiver Einsatz an
Atemschutzgeräteträgern notwendig. Insgesamt waren 13 Trupps, also 26 Frauen
und Männer, aus sechs Feuerwehren im Einsatz. Sie konnten fünf schwer verletzte
Monteure, zwei Personen aus einem Aufzug sowie fünf Schüler aus verrauchten
Bereichen retten und ergriffen Löschmaßnahmen. Zeitgleich fand eine Rettung der
Kinder aus den Klassenräumen statt. Aus dem ersten Obergeschoss wurden über
eine Schiebleiter und die Drehleiter 30 weitere Kinder in Sicherheit gebracht.
Somit wurden insgesamt 42 Personen aus dem Gebäude gerettet. Die realistisch
geschminkten Schwerverletzten wurden von den 35 Frauen und Männern des
Rettungsdienstes gesichtet und versorgt. Die organisatorische Leitung übernahm
BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Lobmeier, die Einsatzleitung des
Rettungsdienstes der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Christian Aulinger.
Zeitgleich stellten die Feuerwehren aus Mitterbichl und Hochdorf mit einer 550
Meter langen Schlauchleitung aus dem Löschwasserbehälter an der Eisstockhalle
die sichere Löschwasserversorgung zur Einsatzstelle sicher. Die Alarmierung der
Einsatzkräfte durch die Leitstelle Straubing erfolgte um 19.09 Uhr, um 20.06
Uhr konnte von den Führungskräften an die Einsatzleitung die Meldung „Alle
Personen gerettet, Feuer aus“ gegeben werden. In einer kurzen Nachbesprechung
wurden alle wesentlichen Punkte durch Einsatzleiter Tobias Ertl sowie die
Abschnittsleiter beleuchtet. Der Übungseinsatz konnte schnell und strukturiert
abgearbeitet werden, jedoch gaben KBM Ertl und Rektorin Bianca Dirmaier zu
bedenken, dass bei einem Echteinsatz während des Schulbetriebs über 300
Personen im Gebäude seien und der Einsatz somit ein noch viel größeres Ausmaß
annehmen würde. BRK-Kreisgeschäftsführer Lobmeier stimmte zu und sagte, dass im
Ernstfall Rettungsdienste weit über die Landkreisgrenzen hinweg anrücken
würden. Tobias Ertl bedankte sich bei Rektorin Dirmaier dafür, dass so viele
Kinder und auch Lehrkräfte der Anfrage der Feuerwehr für Mimen gefolgt waren
und so mit einer großen Anzahl an Betroffenen geübt werden konnte. Landrat
Ronny Raith, der nicht nur repräsentativ am Schauplatz des Geschehens war,
sondern selbst als Atemschutzträger im Einsatz war, freute sich darüber, so
viele Gesichter aus verschiedenen Hilfsorganisationen zu sehen, bedankte sich
für deren Engagement und betonte, wie wichtig der Zusammenhalt und die
Kameradschaft in der Blaulicht-Familie sei. Weiterhin dankten Ertl und Raith
dem 3. Bürgermeister der Gemeinde Kirchberg, Werner Ulrich-Weiß, sowie dem 3.
Bürgermeister der Gemeinde Bischofsmais, Stefan Kern, für ihre Beteiligung an
der Übung. Kreisbrandinspektor Michael List und der stellvertretende BRK-
Kreisgeschäftsführer Christian Aulinger hoben hervor, dass gemeinsame Übungen
der Feuerwehren und der Rettungsdienste wichtig seien und die Zusammenarbeit
stärkten. Ein großer Dank ging an das Rote Kreuz für die Verpflegung aller
eingesetzten Kräfte. Die anfallenden Kosten wurden von der Gemeinde Kirchberg
übernommen.
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